Deutsche Kriegsgefangenschaft in Frankreich

Schwarm
Geschichte lebendig machen – das ist das Ziel der Webreportage Gefangen // Befreit. Drei ehemalige deutsche Kriegsgefangene in Frankreich erzählen ihre persönliche Geschichte.
Einen Überblick über die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg gibt der Historiker Fabien Théofilakis.
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Dr. Fabien Théofilakis

Historiker // Historien

2003 – 2004
Gespräche mit fast 80 ehemaligen deutschen Kriegsgefangenen für seine Doktorarbeit über die Gefangenschaft in französischer Hand. Die Veröffentlichung der Arbeit ist für Anfang 2014 geplant.

„Die Kriegsgefangenschaft hat auf jeden Fall einen großen Einfluss [auf die deutsch-französischen Beziehungen], aber man kann nicht sagen, dass sich aus ihr automatisch die deutsch-französische Freundschaft entwickelt hat.“

Portrait_Brandhorst

Heinrich Brandhorst

28.08.1924 – 7.11.1997
1945
Kriegsgefangener im Lager von Dagneux
1947 – 1949
Travailleur civil libre in St. Jean de Niost, bei Lyon

„Stell Dir vor, es gibt Krieg und niemand geht hin“ Clementine Brandhorst, Witwe von Heinrich Brandhorst, Sommer 2013 (nach Bertolt Brecht)

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Christof Heyduck

1927
in Breslau geboren (Wrocław)
1945 – 1948
Gefangener in Chartres,
dann im Lager „camp de Novel“ in Annecy

„Ich habe dort [in Gefangenschaft] eigentlich erst das Zeichnen und Malen angefangen, das Theater spielen, das Theater machen und das Bühnenbild machen habe ich da gelernt. Ich denke nicht, dass ich das in der chaotischen Zeit in Deutschland hingekriegt hätte.“

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Joachim Arnold

14.02.1927
Geburtstag
1945
Kriegsgefangener im Lager von Wimereux
1947
Flucht nach Spanien
1954
Heirat mit der Tochter des damaligen Chefminenräumers des Lagers

„Wir sahen die Gefangenschaft als verlorene Zeit an. Unsere Kameraden in Deutschland studierten schon und wir saßen immer noch in Gefangenschaft. Das war schon für uns eine schwierige Zeit.“